Ein Studium ohne Grenzen

zulassungsfreie Studiengänge

Die Hände schwitzen, der Puls geht hoch. Jedes Semester fällt die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen ein Urteil und übermittelt ihren Bewerbern, ob die Durchschnittsnote der vorhandenen Hochschulreife ausreicht, um einen Studienplatz im gewünschten Studiengang und der favorisierten Universität zu erhalten. Hinter dem vermeintlich mystischen Kürzel NC im Bescheid verbirgt sich der Numerus Clausus, eine Mindestnote für die akademische Qualifikation.

Dass zulassungsfreie Studiengänge ohne nervenaufreibende Bürokratie auskommen, scheint da reinster Luxus zu sein. Nicht nur exotische Abschlüsse mit Kompetenzen in Sachen Kunstgeschichte aus Fernost gehören in dieser Liga zum unkomplizierten Programm. Auch mit einem Studium der Elektrotechnik oder der im Studentenjargon als BWL bekannten Betriebswirtschaftslehre kann an einigen Hochschulen im Eiltempo begonnen werden. Obwohl den Studenten zunächst großzügig die Tür offengehalten wird, gibt es in Klausuren keine Geschenke: Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung weisen imposante Durchfallquoten auf und schicken einen nicht unerheblichen Teil der angetretenen Kandidaten im Laufe der ersten Semester wieder nach Hause.

Abseits der heiß umkämpften Fächer Medizin oder Psychologie existiert hier jedoch eine Welt, in der sich auch Quereinsteiger behaupten dürfen. Zulassungsfreie Studiengänge verzichten darauf, die Abiturnote zum Maßstab des späteren Werdegangs emporzuheben und bieten allen Bewerbern die Chance auf einen Universitätsabschluss. Dieser Vorteil steht wohl im Gegensatz zur Umstellung des deutschen Studiensystems auf die international kompatiblen Auszeichnungen Bachelor und Master, deren Verknüpfung auf individuelle Auswahlprozesse seitens der Hochschulen angewiesen ist.

Es soll Studenten geben, die mit einem Studium allein nicht zufrieden sind. Wer sein Glück im Doppelstudium versuchen will, kann zulassungsfreie Studiengänge leicht mit der bisherigen Immatrikulation kombinieren. Fachübergreifende Lehrveranstaltungen werden dann je nach Richtlinie der Universität anerkannt, dem Absolventen entstehen durch seine zweigleisige Spezialisierung Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Bewerbungen mit Weitblick dürfen Studenten im heutigen Umfeld allerdings auch ohne Doppelpackung verschicken. Die Zusammenarbeit verschiedenster Wirtschaftssektoren hat dazu geführt, dass selbst Absolventen aus nicht zulassungsbeschränkten Studienrichtungen letztlich in völlig anderen Fachbereichen landen können. Wenn einst abgelehnte Akademiker dann medizinische Geräte entwickeln, ist klar: Viele Wege führen zum Ziel.

Wer also keinen herausragenden Notendurchschnitt vorweisen kann und sich die Schmach sparen möchte, der kann sich auch gleich auf die Suche nach zulassungsfreien Studiengängen machen. Internetverbindung herstellen und ran an die Suchmaschine, der schnellste Weg passende Schulen ausfindig zu machen führt über die Weiten des Internets.