Private Hochschulen beleben die Bildungslandschaft

private Hochschulen

Bestimmt erinnern Sie sich noch an die Gründung der ersten privaten Hochschule auf deutschem Boden: Es war die Universität Witten/Herdecke - sie wurde 1982 aus der Taufe gehoben und staatlich anerkannt. Seidem tragen private Hochschulen zur "Belebung" der Bildungslandschaft hierzulande bei. Und ihre Zahl steigt und steigt und steigt: Allein in Nordrhein-Westfalen existieren 27 private Hochschulen mit mehr als 36.000 eingeschriebenen Studierenden (Stand: Wintersemester 2009/2010). Zum Vergleich: 2005 waren es erst rd. 25.000 Studierende an 19 privaten Hochschulen. Damit verfügt das größte Bundesland auch über den größten Bestand an nicht-staatlichen Hochschulen. Demgegenüber ist die Zahl der staatlichen Hochschulen in NRW mit 33 Einrichtungen kaum höher, jedoch die Zahl der Studierenden - mehr als 440.000 - überproportional hoch. Was bedeuten diese Zahlen? Sie stehen offenbar für eine wesentlich günstigere Betreuungsrelation von Dozenten zu Studierenden einerseits und eine modernere Infrastruktur der privaten Hochschulen im Vergleich zu ihrem staatlichen Pendant andererseits. Gute Studienbedingungen also - damit eindeutige Vorteile für die privaten Hochschulen. Die kosten natürlich viel Geld!

Sie fragen sich: Was macht private Hochschulen aus? In Deutschland handelt es sich um Hochschulen in privater Trägerschaft: neben Universitäten sowie Kunst- und Musikschulen vor allem Fachhochschulen. Zu etwa 50 Prozent sind die Privaten rechtlich als Kapitalgesellschaften, Stiftungen oder eingetragene Vereine organisiert. Darüber hinaus existieren noch so genannte "Corporate Universities" - das sind Aus- und Weiterbildungseinrichtungen mit direkter Anbindung an das jeweilige Unternehmen. Sind die privaten Hochschulen gemäß § 70 HRG (Hochschulrahmengesetz) staatlich anerkannt, besitzen sie auch die Berechtigung, akademische Grade zu vergeben. Vor allem die Rekrutierung von Studierenden ist bei den Privaten in der Regel sehr viel intensiver - sehr viel selektiver: Nicht selten gestaltet sich das Auswahlverfahren wie eine Art Assessment-Center inklusive Sprachtest. Fest steht: Es kann noch lange nicht jeder an einer privaten Hochschule studieren - selbst wenn er das "nötige Kleingeld" besitzt. Dabei ist die Verfolgung wirtschaftlicher Interessen den privaten Hochschulen genauso untersagt wie den staatlichen - wenngleich die Privaten sich aus "eigener" Kraft finanzieren müssen beziehungsweise sollten: Deshalb kommt hier der Erhebung von Studiengebühren eine ungleich höhere Bedeutung zu als bei den staatlichen Hochschulen. An privaten Fachhochschulen bewegen sich die Gebühren zwischen 3.000 € und 10.000 € jährlich, an privaten Universitäten erstreckt sich die Spanne von 10.000 € bis 20.000 € pro Jahr. Wer kann und will sich das leisten? In Betracht kommen nicht zuletzt Personenkreise, die "garantiert" mit einer (großen) Karriere nach Abschluss des Studiums rechnen können. Diese Einschätzung wird erhärtet durch das überaus starke Angebot im Bereich der Wirtschaftswissenschaften einerseits und durch die besondere Praxisnähe sowie die guten Kontakte der Privaten andererseits. Gute Voraussetzungen also, um beruflich und finanziell schnell vorwärts zu kommen.

Keine Frage: Private Hochschulen sind in vielen Bereichen anders - anders als staatliche Hochschulen. Dies darf jedoch nicht zu einer Benachteiligung der Privaten durch den Staat führen. Es sollte vielmehr der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten. Um ihre Interessen dahingehend vertreten zu können, haben einige Private die Initiative ergriffen und den Verband der Privaten Hochschulen e.V. gegründet (2004). Wie auch immer - zentrale Frage ist und bleibt die staatliche Anerkennung privater Hochschulen: Ohne den Staat geht auch bei den Privaten nichts - ohne die staatliche Anerkennung ist der Abschluss an einer privaten Hochschule nicht viel wert. Hier schließt sich der Kreis.

Auch in Privatschulen muss natürlich einiges an Schulmaterial besorgt werden. Besonders wichtig ist auch hier Lehrfach begleitende Lektüre. Diese kann aber bequem über das Internet in entsprechenden Online Buchhandlungen bestellt werden. Damit man hier keinen Fehlkauf tätigt, gibt es in der Regel die Möglichkeit eine Buch Leseprobe anzufordern. Mit dieser hat man einen kurzen Einblick in die jeweilige Fachlektüre und kann dann entscheiden ob es die Richtige ist. Ausgestattet mit dem empfohlenen Schulmaterial kann man dann mit gutem Gewissen in den Alltag der Privatschulen eintauchen.

In der Regel muss für die Inanspruchnahme einer privaten Hochschule eine Menge Geld bezahlt werden, weswegen sich diese meist nur wohlhabendere leisten können. Daher ist es auch keine Seltenheit, dass man hier Studenten mit Ugg Boots oder anderen Markenkleidungsstücken findet. Jedoch gibt es auch genügend, welche sich ein solches Studium nur mit ach und krach finanzieren können und daher an allen Ecken sparen müssen.