Die zwei Gesichter der Hochschule

Forschung und Lehre

Für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter ist es der akademische Spagat: Forschung und Lehre gehören an der Universität per Definition zusammen. Dass ihnen in der Praxis oft unterschiedliche Bedeutung beigemessen wird, könnte mehr als ein Gerücht unter Studenten sein. Denn wer hält sich als erfahrener Forscher schon gern mit Grundlagen für die ersten Studiensemester auf... im Wissen, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Studentenschaft das Studium ohnehin nicht fortsetzen wird.

Der Schein trügt natürlich. Selbst gestandene Professoren arbeiten an der Basis und vermitteln in Vorlesungen für Neulinge und Fortgeschrittene Kenntnisse, die später zu einem besseren Verständnis der Forschungsarbeit beitragen werden. Dass sich nicht jeder Student für eine Fortführung des akademischen Wegs entscheidet, ist nebensächlich – auch in der Industrie sind einfache Prinzipien ebenso von Nöten wie Erkenntnisse einer aktuellen Studie oder Entdeckungen im Labor. Ein selbständiges Verarbeiten von Vorlesung, Tutorien und Übungen fördert dabei die Fähigkeit zur individuellen Organisation. Im Berufsleben werden sich die Absolventen ohnehin auf eigene Faust beweisen müssen.

Keine Frage, Forschung und Lehre bilden ein dynamisches Duo. Garantieren die Professoren im Vorlesungssaal die Kompetenz der nächsten Generation, so sichern Forschungsergebnisse den Status der Universität und liefern der Gesellschaft neue Impulse. Ob technische Revolutionen oder neue Theorien für die Sektoren Gesundheit und Wirtschaft: Ohne nachhaltige Forschung wären die Fakultäten lediglich Bildungsinstitutionen ohne Bezug zur Praxis, zur Realität. Die zweigleisige Arbeit des Professors bildet das Fundament einer bewegten Welt, in der von Studenten „Soft Skills“ und grundsätzlicher Weitblick erwartet werden.

Eine facettenreiche Lehre ist deshalb unerlässlich. Absolventen bewerben sich nunmehr interdisziplinär und blicken somit über den Tellerrand ihres eigenen Studiengangs. Bereits an der Universität besteht dank dem reichhaltigen Angebot offener Veranstaltungen die Möglichkeit, Kenntnisse in anderen Fachgebieten zu erwerben und sich aus der Masse der Mitbewerber abzuheben. Diese Neugier wirkt sich im gesellschaftlichen Kreisprozess wieder auf Forschung und Lehre aus, da einst fremde Winkel der Wissenschaft plötzlich zueinanderfinden.

Um hierbei auch eine sinnvolle Wahl der Studiengänge zu wählen, sollte sich der Student frühzeitig darüber im Klaren sein welches Berufsziel er anstrebt. Natürlich können manche Studiengänge auch weniger berufsspezifisch, dafür aber persönlich sehr nützlich sein. So könnte man beispielsweise seine Diät mit einem Studiengang zum Thema Ernährung unterstützen. Am wichtigsten sollte aber in erster Linie natürlich das erreichen des jeweiligen Studienziels sein.