Campus > Herz der Hochschule

Unicampus

Wo dürfen sich Studenten wie zu Hause fühlen? Auf dem Campus ihrer Universität natürlich. Deshalb gönnen die Hochschulen ihrem Grundbesitz nicht nur Forschung und Lehre, sondern erweitern das didaktische Programm durch Freizeitangebote und Einrichtungen zum Erhalt des gesellschaftlichen Wohls: Fussball- und Tennisplätze, Wohnheime in direkter Nähe zum Vorlesungssaal und eine Mensa sind dann lediglich der Anfang.

Die Vielseitigkeit der Universitäten lässt sich mit zwei verschiedenen Argumenten erklären. Zum einen soll die Hochschule auch außerhalb ihres Lehrbetriebs als Institution auftreten, die Immatrikulierten und Normalbürgern gleichermaßen nützt. Sportkurse oder sprachliche Weiterbildung können daher auch von Außenstehenden beansprucht werden, unabhängig vom Bildungsgrad und einem eventuellen Studium an den jeweiligen Fakultäten. Den Unterschied zum Studenten macht dann lediglich der schnöde Mammon, da ohne Studentenausweis in der Regel höhere Gebühren bei der Einschreibung für besagte Unterrichtseinheiten anfallen.

Auf monetären Aspekten fußt auch der zweite Beweggrund: Findet der Student auf dem Campus seiner Universität ein Umfeld mit niedrigen Lebenshaltungkosten vor, so kann er sich in erster Linie seinem Studium widmen. In der Mensa bietet man daher günstige Mahlzeiten, im Studentenwohnheim lassen sich Einzelzimmer schon mit kleinstem Geldbeutel beziehen. Reicht das monatliche Budget aber einmal nicht aus, ist kurzerhand die Jobbörse des Studentenwerks zur Stelle. Die Semesterferien verbringen einige Studenten infolgedessen damit, sich in Nebenjobs gesundzustoßen - und gleichzeitig Arbeitserfahrung zu sammeln, eine Tätigkeit als Werkstudent birgt beispielsweise einen Wissensvorsprung für die späteren Semester des Studiums.

Neulinge sind von der Angebotsfülle auf dem Campus der Universität oft überwältigt. Nach einem Umzug aus elterlichen Gefilden hat man es in der komplexen Infrastruktur jedoch leicht, Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu finden. Es ist nicht auszuschließen, dass man auf diesem Weg einem besonderen Service entgegensteuert: Studenten mit Kindern können ihren Nachwuchs in den Einrichtungen mancher Hochschulen betreuen lassen, während in der Vorlesung oder im Labor erwachsene Kopfarbeit geleistet werden muss. Chancengleichheit für werdende Eltern ist so zumindest in der Theorie gewahrt. Dass man in der Realität immer fürs Leben lernt, ist eine andere Seite im Studienbuch.